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"Absolute Leseempfehlung! -Von Spannung bis Nervenkitzel ist alles dabei."

Amazon Rezensentin

Der Hüter - Stadt der Asche

Inhalt vom Band 2 der Hüter-Reihe

Narau. 1888

Freiheit.

Das erhoffen sich Alexander und Nic nach ihrer Flucht aus Biota.

Doch direkt bei ihrer Ankunft in der Vulkanstadt Narau werden sie festgenommen und als Sklaven verkauft. Ihre neue Besitzerin verspricht ihnen, sie gehen zu lassen – aber nur wenn sie ihre Tochter finden, die wie sechs weitere Menschen verschwunden ist.

Als die Leiche einer der Vermissten auftaucht, geht es plötzlich nicht mehr nur um Entführung. Die Zeit für die Ermittlung verrinnt, denn Alexander und Nic haben nur zwei Wochen, um den Mordfall aufzuklären. - Wird es ihnen gelingen? Ein Wilder Westen Roman mit Steampunk-Elementen.

 

Ein wahrer Pageturner, den ich allen Fans der Spannungsliteratur nur ans Herz legen kann. Dieser Fantasy-Krimi punktet zudem mit seinen Steampunk-Elementen und historischen Figuren, die ihn aus der Masse hervorstechen lassen.

Amazon-Rezensentin

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Ein grandioser Steampunk-Krimi welcher mich voll überzeugen konnte. Das Setting sowie auch die Handlung passen eins zu eins zusammen. Auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz. Kann ich nur wärmstens empfehlen!

Amazon-Rezensentin

Leseprobe zu Stadt der Asche

Jace

 

Wo war er?

Hastig setzte Jace sich auf, und der Steinboden unter ihren Fingern schürfte ihre Haut auf.

Wo?

Panisch sah sie sich um. Sie erinnerte sich nicht mehr, sie war doch … Sie kniff die Augen zusammen. Er war hier gewesen, er hatte sie mitgenommen, mit in den anderen Raum. Er nannte ihn »Die Räucherkammer«. Sie zitterte. Was war dann … Verschwommene Bilder irrten durch ihre Erinnerung. Sie hatte auf diesem Tisch gelegen und er hatte neben ihr gestanden. Ihre Füße! Sie beugte sich so schnell vor, dass ihr schwindelig wurde. Dann stöhnte sie auf. Die Sohlen ihrer Füße waren rot und roh, voller Blasen und mit schwarzen Stellen übersät. Er hatte ihr die Füße versengt, immer wieder.

Jace schrie, sie schrie so laut, dass es sich anfühlte, als würde ihre Kehle zerreißen. Als sie aufhörte, war da nur die Stille, diese allumfassende Stille, die immer dann herrschte, wenn er nicht da war. Eine Stille, in der sie ihr Blut durch ihren Körper rauschen hörte.

Bis er wiederkam.

 

*

 

Apolonaria führte sie den Häuserring entlang bis zum Eingang in den innersten Kreis, und Jims Rufe und die der Menge verstummten allmählich. »Das hier ist das Zentrum der Stadt: Mavoria. Hier wohnen die sieben Caeles. Wir leiten die Stadt.« Stolz deutete sie auf den schwarzen Steinbogen, der den Übergang in das innere Viertel markierte. In den Fels waren Buchstaben eingeritzt und Alexander trat ein wenig näher, um sie entziffern zu können. »Paid with blood.« Bezahlt mit Blut? Verwundert las Alexander die Inschrift noch einmal, doch er wurde nicht schlau daraus.

Apolonaria führte sie hinein in das Viertel und deutete auf eines der Häuser. Alle waren gleich groß und aus dem gleichen Material gebaut, sie unterschieden sich lediglich durch die eingravierten Symbole auf der Hauswand. Apolonarias Haus zierte das Symbol eines Schwerts, gleich oberhalb der Haustür. Kurz blieb Alexander stehen und betrachtete die Arbeit. Das Schwert war offenbar mit Silber ausgegossen worden, denn das bloße Abbild des Schwertes funkelte täuschend echt. Noch während er es betrachtete, veränderte sich das Schwert. Es drehte sich klickend zur Seite und klappte nach vorn, als wollte es jeden aufspießen, der es wagte, das Haus zu betreten.

Apolonaria bemerkte seinen Blick. »Ja, das ist was, nicht? Mein Mann hat es anfertigen lassen.« Sie schob die Tür auf und betrat das Haus. Nic folgte ihr und als Letzter übertrat Alexander die Schwelle mit Oliver auf dem Arm.

Als Alexander im dämmrigen Flur stand, wusste er nicht so recht, wie er sich verhalten sollte. Warum hatte diese Frau sie freigekauft? Warum hatte sie nicht einfach zugelassen, dass sie versteigert wurden? Zögernd sah er sich in dem großen Haus um. Die inneren Wände waren mit einer Art schwarzem Glas überzogen, das im Licht der Leuchtrohre schimmerte, die an der Decke entlangliefen. Der Flur war bis auf dunkle Löcher an den Wänden leer, doch bevor Alexander diese näher betrachten konnte, führte Apolonaria sie weiter in das Wohnzimmer, wo sie ihnen einen Platz auf dem Sofa anbot, das sich über die gesamte rechte Seite des Raumes erstreckte. Seufzend ließen sie sich auf dem steinernen Möbelstück nieder, das mit dicken Fellen gepolstert war.

»Einen Moment bitte.« Apolonaria verschwand im Zimmer jenseits des Flurs und kam kurze Zeit später mit einem Krug voller Wasser und drei Bechern zurück. »Hier, bitte.« Vorsichtig setzte sie das Tablett auf einem Tisch aus Kupfer ab, dessen fein geschwungene Beine reich mit Ornamenten verziert und auf Hochglanz poliert waren. Versonnen blieb Alexanders Blick daran hängen. Dieses Möbelstück erinnerte ihn an Biota, alles andere in dieser Stadt war fremd, aber ein solches Möbelstück…

Er zuckte zusammen, als Apolonaria sich respektvoll räusperte, und sah, dass ihre Gastgeberin ihn interessiert betrachtete. »Nun, ihr fragt euch sicherlich, warum ihr jetzt hier seid, nicht wahr?« Auf einmal überzogen Sorgenfalten die gebräunte Stirn der Frau.

Er wollte nicht gierig wirken, doch Alexander war so durstig, dass er sich nicht für die Gründe ihrer Rettung interessierte, sondern hastig nach dem Wasserkrug griff. Mit zitternden Händen goss er etwas von dem Wasser in eines der Gläser.

»Gib mir das.« Nic griff ebenfalls nach dem Krug und füllte sich mit zitternder Hand ein Glas. Alexander trank so schnell, dass einige Tropfen über sein Kinn flossen und auf seine Jacke tropften. Peinlich berührt wischte er sie fort. »Entschuldigen Sie bitte …«, murmelte er leise.

»Entschuldige bitte, wenn überhaupt«, verbesserte Apolonaria ihn schmunzelnd. »Es ist nicht nötig, mich oder einen der anderen zu siezen. Wie gesagt, ich bin Apolonaria.« Sie bedachte Alexander noch einmal mit einem breiten Lächeln und strahlte dann auch Nic an, die die Stirn runzelte. Erneut griff Alexander nach dem Krug und füllte nun, langsamer diesmal, alle drei Gläser. Nic griff erneut nach ihrem Glas, Oliver war inzwischen zwar wach, aber zu schwach, um das Glas zu halten, und so half Alexander ihm beim Trinken.

»Wir brauchen Hilfe für ihn. Für Oliver.« Nic setzte ihr Glas wieder ab und schob ihre gefalteten Hände zwischen die Knie. »Sehen Sie …«

»Ich bin Apolonaria, das habe ich doch schon gesagt.« Apolonaria strahlte weiterhin so begeistert, als hätte sie mit ihnen als Gäste das große Los gezogen.

»Sehen Sie«, fuhr Nic unbeeindruckt fort. »Wir brauchen unbedingt Hilfe für Oliver, Sie haben gesagt, Sie können das arrangieren. Bevor wir irgendetwas besprechen, muss ich wissen, dass er behandelt wird.« Sie beugte sich vor. »Ich mache mir Sorgen, die Wunde heilt einfach nicht.«

Apolonaria nickte und ihr Lächeln verlor kurz an Strahlkraft. »Ah ja. Ich sehe schon.« Wieder nickte sie. »Aber so einfach wird das leider nicht. Ich habe euch schließlich nicht freigekauft, damit ihr hier Urlaub macht. Ich brauche eure Hilfe und ich brauche sie jetzt.« Von einem Moment auf den anderen war das Lächeln erloschen, keine Spur mehr von der so fröhlichen Frau.

Nic wurde blass und auch Alexander spürte Panik in sich aufsteigen. Es gab also doch einen Haken, einen Grund, weshalb sie sie vor der Versteigerung gerettet hatte. Wobei sollten gerade sie ihr denn helfen können? Doch Alexander dachte an Oliver und dass er ohne Apolonarias Hilfe so gut wie verloren war. »Und wie können wir Ihnen helfen?«

»Wie ihr bestimmt schon gesehen habt, ist Narau eine große Stadt.« Apolonaria fuhr sich mit einer Hand durch ihr leuchtendes Haar. »Hier leben viele Menschen und … nun ja, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Es gibt natürlich Gesetze, aber Sheriffs, die sie auch durchsetzen, gibt es schon lange nicht mehr. Wir, also eigentlich mein Mann, das heißt … alle Caeles, sagen zwar, wo es langgeht, aber verantwortlich sind wir für das Leben der anderen natürlich nicht.« Sie geriet ins Stocken und die Sekunden vergingen.

»Es hat in letzter Zeit Gerüchte gegeben, dass Menschen verschwunden sind. Ich habe mich nicht darum gekümmert, weil es nur die anderen Ringe betroffen hat, versteht ihr? Deswegen habe ich meinem Mann auch nichts gesagt.« Apolonaria schlug ein Bein über das andere.

Alexander warf einen schnellen Blick zu Nic hinüber. Sie schien auch nicht gerade viel von dem zu verstehen, was Apolonaria ihnen zu erklären versuchte.

»Ihr habt also niemanden, der darauf achtet, dass die Gesetze eingehalten werden?«, fragte er.

Apolonaria lachte kurz auf. »Na ja, ›Gesetze‹ war vielleicht ein wenig übertrieben. Es sind eher ein paar Regeln. Sagen wir einfach: Jeder tut das, was er tun muss, um zu überleben. Das funktioniert normalerweise auch recht gut, aber nun …«

»Warum kümmert es Sie auf einmal, wo doch nur Personen verschwunden sind, die nicht aus Ihrem Bezirk stammen?«, warf Nic spöttisch ein.

Alexander zuckte zusammen. Sie waren nur hier, weil diese Frau sie hier duldete. Sie hatte sie befreit. Ein Wort von ihr und sie würden doch noch an den Höchstbietenden verkauft werden. Doch Nic schickte ihm nur einen trotzigen Blick und sah wieder zu Apolonaria hinüber.

Diese hatte ihre Bemerkung anscheinend nicht als Beleidigung aufgefasst und richtete sich ein wenig in ihrem Sessel auf. »Jetzt ist Jace ebenfalls verschwunden. Jacelyn, sie ist meine Tochter. Vor fünf Tagen ist sie vom Schießtraining nicht nach Hause gekommen.«

Falten furchten Apolonarias Stirn und Alexander hatte Mitleid mit ihr. Doch noch immer konnte er sich keinen Reim darauf machen, wie es ihr bei der Suche nach ihrer Tochter helfen sollte, drei völlig verwahrloste Fremde aufzunehmen.

»Warum suchen Sie sie dann nicht?«, fragte Nic spitz und Alexander schloss beschämt die Augen. Die Art und Weise, wie sie sich aufführte, würde sie auf dem schnellsten Weg wieder auf den Marktplatz oder sogar ins Grab führen.

Apolonaria seufzte.

»Ich verstehe, warum du mir nicht traust, wer würde das schon. Ihr kommt hierher, werdet gefangen, fast als Sklaven verkauft, und plötzlich kommt irgendeine daher, die euch befreit und behauptet, ihre Tochter wäre verschwunden.« Mit festem Blick sah sie Nic an. »Es ist allerdings so, dass ich meine Tochter gesucht habe. Nur leider kennt mich jeder in der Stadt, jeder weiß, wer ich bin, und auch, was mein Mann womöglich mit ihnen tun wird. Niemand lässt mich in sein Haus oder redet mit mir. Alle befürchten den Tod, wenn sie mit mir sprechen. Ich könnte mir natürlich gewaltsam Zugang verschaffen, aber was, außer Vergeltung, würde mir das bringen?« Sie machte eine Pause, scheinbar in Gedanken versunken. »Außerdem will Patrick nicht, dass ich Aufmerksamkeit auf mich ziehe. Niemand soll es wissen. Niemand, der in der Stadt irgendeinen Einfluss hat. Und dafür brauche ich euch. Als ich euch da vorhin habe stehen sehen, dachte ich gleich, dass ihr ein Geschenk des Himmels seid.«

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Stadt der Asche

Hefte dich in diesem Wilder Westen Roman mit Elementen aus Steampunk an die Spuren von Alexander und Nic in der Vulkanstadt Narau und fiebere der Aufklärung der Verschwundenen mit.

Steampunk-_und_Krimiautorin_Jasmin_Jüli

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