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"Ein supercooles, actiongeladenes Buch, das mich völlig verschluckt hat." 

Amazon Rezensentin

Der Hüter - Stadt der Tiefe

Inhalt vom Band 1 der Hüter-Reihe

Biota, 1888

Biota - Die Stadt, die nach dem Großen Krieg auf dem Meeresboden gebaut worden ist. Für die Bewohner ist sie eine sichere Heimat ohne Gewalt und Konflikte. Denn die Oberen haben dafür gesorgt, dass jede gewalttätige Tendenz in den Menschen ausgelöscht wurde.


Doch plötzlich taucht eine grausam zugerichtete Leiche auf, die es nie hätte geben dürfen. Alexander, oberster Hüter der Stadt, und die Biologin Nic ermitteln und stellen bald fest, dass dieser Mord erst der Anfang war. Biota ist längst nicht die sichere Zuflucht, die sie zu sein scheint …


Bei ihren Ermittlungen in diesem Fantasy Krimi müssen sich Alexander und Nic entscheiden: Ist die Wahrheit es wert, dass sie ihr eigenes Leben und die Existenz der gesamten Stadt aufs Spiel setzen?

 

Wer gerne spannende Geschichte vor ungewöhnlichem Hintergrund liest und sowohl dem Western- wie auch dem Steampunk-Genre aufgeschlossen gegenübersteht, wird mit diesem Buch bestens bedient und unterhalten.

Amazon-Rezensentin

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Ich habe den ersten Teil geradezu verschlungen und die Gegenwart kam mir bisweilen wie die eigentliche Phantasie vor.
Nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich spielt Jasmin Jülicher zu Recht in der oberen Liga der Selfpublisher.

Amazon-Rezensentin

Leseprobe zum Fantasy Krimi Stadt der Tiefe

Er stieß die Tür weiter auf und trat ein. Die Frauen blieben an der Türschwelle zurück. Unter anderen Umständen hätte er das Zimmer vermutlich gemütlich gefunden, mit dem großen Himmelbett, den weichen weißen Teppichen auf dem Boden und den farbenfrohen Malereien an den Wänden. Aber jetzt wurde sein Blick von dem leblosen Körper am Boden angezogen.
 

Auf dem Teppich vor dem Bett lag eine Frau. Ihr Oberkörper war unbekleidet und ihr farbenprächtiges Gewand war über die Hüfte hinuntergeschoben worden, nur noch zusammengehalten durch einen Gürtel, der mit roten und grünen Edelsteinen besetzt war. Dieser Gürtel war das Erkennungszeichen der Aphroditen, der Frauen, die in »Aphrodites Garten« arbeiteten. Und obwohl er den Namen an der Tür gelesen hatte, fiel es ihm doch schwer, zu glauben, dass dieser leblose Körper Mary Ann sein sollte. Seine Augen huschten ziellos über das Bett und den Teppich, auf dem sie lag. Das Blut, das aus ihren Wunden geflossen war, hatte ihn dunkelrot gefärbt.
 

Der schwere Geruch nach Eisen hing in der Luft. »Hüter, was machen wir denn jetzt?« Die Frauen – andere Aphroditen – bedrängten ihn erneut aus allen Richtungen. »Ruhe!«, rief er schließlich. Er hatte nicht die geringste Ahnung, was er nun tun sollte. Morde zu untersuchen war für seine Position als Hüter nicht vorgesehen. Morde waren für Biota nicht vorgesehen! Keiner der Bewohner dürfte im Stande sein, ein solches Verbrechen zu begehen. Die Oberen hatten es gesagt. Niemand sollte zu solchen schändlichen Taten imstande sein. Wie hatten sie sich bloß irren können? Alexander dachte fieberhaft nach, ob es nicht doch eine andere Erklärung für den Tod der Frau gab. Aber wie konnte es eine geben? Ihr Tod war ohne Frage gewaltsam gewesen. Weder ein Unfall, noch eine natürliche Ursache. Es war ein Mord. Hastig überlegte Alexander, was er jetzt tun sollte. Was war im Falle eines Mordes zu tun? Er hatte keine Ahnung. Darauf hatte seine Ausbildung ihn nicht vorbereitet. Aber er wusste eines: Alle mussten hier raus. Mit den schrillen Stimmen um ihn herum konnte er nicht denken. Und was, wenn der Täter hier Spuren hinterlassen hatte, und die Frauen sie zerstörten?

»Bitte verlasst dieses Zimmer. Alle. Ich werde mich um Mary Ann kümmern und ich verspreche euch, nichts unversucht zu lassen, um denjenigen zu finden, der dafür verantwortlich ist.« Protestierend verließ eine Frau nach der anderen das Zimmer. Endlich war er allein.

 

Nach mehreren tiefen Atemzügen trat er bis auf wenige Zentimeter an die Leiche heran. Es sah aus, als wäre ihr Fleisch mit einem Messer zerschnitten worden. Blutspritzer auf dem Bett und an der Wand deuteten darauf hin, dass sie im Stehen angegriffen worden war. Sie musste gedacht haben, dass der Täter ein Kunde war, andernfalls hätte er nie ihr Zimmer betreten dürfen. Immer und immer wieder hatten die Oberen ihnen von früheren Gewalttaten erzählt, ihnen sogar Bilder gezeigt, und hatten so stolz verkündet, dass das in Biota nicht geschehen würde. Wie also war dies möglich?

 

Während Alexander nachdachte, drehte er sich langsam im Kreis. Er brauchte Hilfe, und zwar die eines Wissenschaftlers, eines Menschen, der ruhig und überlegt war, und vor allem brauchte er jemanden, der sich mit Anatomie auskannte. Allein schon bei dem Gedanken, die Frau selbst zu untersuchen, wurde ihm schlecht. Sofort kam ihm Nic in den Sinn. Sie schien von allen Wissenschaftlern, die er kennengelernt hatte, noch am meisten Menschlichkeit zu besitzen. Die Tiere in der Biosphäre waren für sie nicht nur Objekte. Irgendwann einmal hatte er gehört, wie zwei Ärzte auf der Krankenstation mit ähnlich viel Empathie über ihre Patienten gesprochen hatten wie über ihren Sofabezug. Nie würde die Botania, die er heute kennengelernt hatte, sich so verhalten, da war er sich sicher. Vielleicht konnte sie ihm auch mit den Spuren helfen …

 

Überzeugt von seinem Plan nahm Alexander den Fernsprecher hinter dem Bett in die Hand. Er rief Nic an und trat dann vor die Tür des Zimmers, um dort auf die Botania zu warten. Es kam ihm merkwürdig vor, dass dieser Ort trotz allem so friedlich war wie immer. Die Frauen waren in ihre Zimmer zurückgekehrt, und eine tiefe Ruhe lag über dem Garten. Sogar Schmetterlinge flogen umher.

 

Er wurde erst aus seinen Gedanken gerissen, als Nic völlig außer Atem aus dem breiten Bogengang am anderen Ende des Gartens stürzte. Eilig lief sie auf ihn zu. »Hüter? Ich bin so schnell gekommen, wie ich konnte. Was ist los?« Mit gesenktem Blick räusperte er sich und blickte Nic dann an. Er hatte Angst, dass seine Stimme ihn im Stich lassen würde, sobald er den Mund aufmachte.

 

»Jemand ist tot.« Verwirrt sah sie ihn an. »Warum rufst du dann nicht die Bestatter?« Alexander schüttelte den Kopf. »Nein, nicht tot … ermordet.« Er sah, wie sich Nics Augen vor Schreck weiteten. »Das kann nicht sein.« Hektisch begann sie vor ihm auf und ab zu laufen. »Es muss ein natürlicher Tod gewesen sein. Vielleicht ist dir etwas entgangen. Du weißt doch genau so gut wie ich, dass es in Biota keine Morde gibt.« Alexander wusste, dass sie von ihm hören wollte, dass es möglich war. Dass er sich irren könnte. Aber er dachte an Mary Anns zerfetzten Körper und wusste genauso gut, dass ein Irrtum ausgeschlossen war.

 

»Nein«, erwiderte er mit fester Stimme. »Es ist ein Mord und ich brauche Eure Hilfe.«

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Stadt der Tiefe

Folge in diesem Fantasy-Krimi den spannenden Ermittlungen von Alexander und Nic in Biota, der unglaublichen Welt auf dem Meeresboden.

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