Haus des Meeres in Wien


Das Haus des Meeres in Wien Aquazoo
Haus des Meeres Wien

Ja, ich liebe Aquarien, ich gebe es zu. Und was liegt da näher, als über die größeren und kleineren Aquazoos zu schreiben und von meinen Erfahrungen dort zu berichten? Erst kürzlich habe ich in Wien das "Haus des Meeres" besucht, eine Mischung aus Aqua- und Terrazoo. Schon von außen unterscheidet sich das Haus, in dem der Zoo untergebracht ist, deutlich von der restlichen Architektur der Stadt, Glas und Metall statt Stein mit Verzierungen. Ungewöhnlich ist, dass sich der Zoo über die ganzen elf Etagen des Gebäudes erstreckt. Jede Etage beherbergt mehrere Terrarien und / oder Aquarien.

Im Erdgeschoss beginnt man seine Erkundungstour mit ein paar einheimischen Süßwasserfischen und dem sehr schönen Atlantiktunnel, in dem Rochen über die Köpfe hinweg zu fliegen scheinen.



Aquarium Tunnel mit Rochen im Haus des Meeres
Aquarium Tunnel im Haus des Meeres

Auf Ebene 1 geht es zu den Terrarien der Reptilien und zu einer Ameisenstraße. So weit nichts Ungewöhnliches.

Das Ungewöhnliche folgt dafür auf Ebene 2. Hier gibt es den Kroki-Park mit einem Gavial in einem recht kleinen Becken, tropische Fische und Quallen, darunter auch die Mangrovenqualle, eine Qualle, die quasi auf dem Kopf steht, damit die Algen in ihren Tentakeln Fotosynthese betreiben können. Dies ist eine Spezies, die ich bisher noch nie in Aquazoos gesehen habe.



Meerwasseraquarien im Haus des Meeres
Meerwasseraquarien



Mangrovenquallen im Haus des Meeres
Mangrovenquallen

Das wahre Highlight der Etage (und der darüberliegenden) ist aber das Tropenhaus, das sich an der vorderen Fassade des Hauses über zwei Etagen erstreckt. Im Tropenhaus wartet ein Konstruktion mit mehreren Holztreppen und -brücken auf die Besucher, über die die tropischen Pflanzen und die überall umherhuschenden Tiere bestaunt werden können. Es gibt verschiedene Arten von Vögeln, Affen und Fledermäusen zu sehen, dazu noch Becken mit Fischen und mehrere Terrarien mit tropischen Fröschen und Kröten. Im Tropenhaus gibt es viel zu entdecken und zu bestaunen! (Aber vorsichtig: Die umherfliegenden Tiere scheinen mit äußerster Präzision Handydisplays mit ihren Exkrementen zu treffen)



Tropenhaus im Haus des Meeres
Tropenhaus

Auf Ebene 3 und 4 warten Korallenbecken und Schildkröten auf die Besucher, auf Ebene 5 gibt es ein großes Meeresbecken mit einigen Schwarzspitzenriffhaien darin. Dafür, dass es als Haibecken beworben wird, war die Artenvielfalt an Haien leider jedoch recht mau. Das Becken wird durch gestückelte riesige Scheiben präsentiert, die für mich die Optik immer ein wenig zerstören. Hier konnte man aber einen ganz neu eingesetzten Schwarm von Fledermausfischen betrachten und einen wirklich gigantischen Zackenbarsch. Tatsächlich sollte es auf Ebene 5 auch ein Tiefseebecken geben, allerdings war dieses für uns offenbar zu gut versteckt. Vielleicht lag es auch am leicht labyrinthigen Aufbau des Zoos.

Großes Haibecken im Haus des Meeres
Großes Haibecken

Ebene 6 ist im Grunde eine schöne und lehrreiche Ausstellung zu dem Thema Ökosystem Meer. Besonders beeindruckt hat mich dort der Abschnitt zum Thema Müll im Meer. Dort konnte man durch einen Plastikflaschenvorhang hindurch in einen Raum abtauchen, in dem über dem Kopf eine Art Müllteppich hin und her wogte, um deutlich zu machen, welchen Blick Meerestiere darauf haben.


Auf Ebene 7 präsentiert sich eines der neuen Highlights des Zoos: ein 360° Haibecken, also rundherum begehbar. Natürlich im Grunde sehr schön, tatsächlich gab es hier wieder hauptsächlich Schwarzspitzenriffhaie zu sehen. Allerdings gab es auch einen (wenn ich das richtig gesehen habe) großen Geigenrochen zu sehen, die ich persönlich sehr schön finde und die man kaum in Aquarien zu Gesicht bekommt (Ich habe sie bisher nur in Südafrika in freier Wildbahn gesehen). Außerdem war ein sehr großer und schöner Katzenhai zu entdecken.


360° Haibecken im Haus des Meeres
360° Haibecken

Auf Ebene 8 gab es für mich eines der kleinen Highlights des Haus des Meeres: Einen Abschnitt für Tiere, die in Höhlen leben. Dieser Abschnitt war wie eine Tropfsteinhöhle gestaltet, inklusive sehr schummriger Beleuchtung. Im Inneren standen dann in die Kulisse eingebaut kleine Terrarien mit Spinnen oder Skorpionen. Das beste aber: Ein Aquarium mit blinden Höhlenfischen. Allerdings, so bisher in jedem Zoo, in dem ich derartige Fische gesehen habe, nur Astyanax mexicanus also der blinde Höhlensalmler. Zu gerne würde ich auch mal andere Höhlenfische zu Gesicht bekommen.


Höhle im Haus des Meeres
Höhlenaustellung


Auf Ebene 9 gab es Amazonas-Becken und zwei größere Gehege mit Komodo-Waranen und Kattas. Normalerweise gibt es sonst wohl auch Begegnungen mit den Kattas, aufgrund von Corona waren diese wohl gerade ausgesetzt.


Auf Ebene 10 war das überall angepriesene Highlight zu finden: Das Hammerhaibecken. Für mich leider gar kein Highlight. Man konnte lediglich durch recht kleine Scheiben hineinschauen und ein paar wenige wirklich winzige Hammerhaie erkennen ( Und einen wirklich lustig aussehenden Eber-Lippfisch).

Bevor es ein Zoo wurde, war das Gebäude offenbar ein Flakturm. Über den militärischen Hintergrund informiert eine kleinere Ausstellung ein wenig abseits der Becken.


Auf Ebene 11 gibt es ein Restaurant mit darüberliegender Sky Bar, die einen wirklich grandiosen Ausblick über Wien bietet. Des Restaurant und die Bar kann man wohl auch ohne einen Ausflug in den Zoo direkt ansteuern.



Ausblick aus der Sky Bar im Haus des Meeres Wien
Ausblick über Wien


Pros:

  • Unglaublich abwechslungsreich gestaltete Becken (Höhle, kleiner Wasserfall, jedes Becken hat eine andere Form / andere Scheiben, komplett andere Innengestaltung etc.)

  • viel Liebe zum Detail auch außerhalb der Becken (viele Wände sind bemalt, von der Kasse schaut man durch eine Glasscheibe auf die Unterseite des Kroki-Beckens...)

  • schöne Präsentation der gehaltenen Tiere


So war beispielsweise der Aufzugschacht im Haus des Meeres gestaltet:

Kunst im Haus des Meeres
Aufzugschacht


Contras:

  • Verwirrende Wegführung

  • Allein schon mit ein paar Besuchern wird es auf einigen Ebenen doch recht eng

  • Die Erklärungen zu den Tieren werden auf Displays über den Becken angezeigt, diese kann man als Erwachsener schon schlecht erkennen und als Kind vermutlich gar nicht. Noch dazu wechseln die angezeigten Tiere darauf sehr schnell hin und her, sodass man gar nicht die Möglichkeit hat zu lesen. Auch selbst blättern kann man nicht.

  • Dafür, dass Haie als besondere Highlights angepriesen werden, gibt es sehr wenige Haiarten zu sehen


Insgesamt muss ich sagen: Für mich war das Haus des Meeres eines der Highlights von Wien und ein wirklich durchdacht gestaltetes Aquarium. Empfehlung von mir :)



Zur Info: Die Kosten für die Tickets betragen 20,90€ für Erwachsene.



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